Fußbremspumpe an die Fußrastenanlage

Wie bei einigen anderen Motorrädern auch, verfügt die MV Agusta F3 vielleicht auch aus optischen und Design-technischen Hintergründen über einen Nachteil: Da die Bremspumpe für das Hinterrad (Fußbremspumpe) direkt mit dem Motor verbunden ist, erhitzt sich das Gebräu dermaßen, dass eine echte Bremswirkung am Hinterrad während der Fahrt nicht wirklich vorhanden ist. Das mag auf der Straße zu verschmerzen sein aber auf der Rennstrecke ist es das nicht. Denn für den Fall der Fälle kann eine funktionierende Hinterradbremse wichtig sein. Wie man im Rennsport an den Supersport-F3’s sehen kann, sitzt dort der Bremszylinder an der Fußraste. Technisch macht auch nur diese Montage, soweit entfernt wie möglich von allen heißen Teilen, Sinn. Also habe ich das Projekt Umverlegung der Fußbremspumpe in Angriff genommen.

Auf der Rennstrecke verwende ich eine Fußrastenanlage vom tschechischen Hersteller PP-Tuning. Der Vorteil dieser liegt neben der sehr praktischen und robusten Bauweise vor allem bei der Ersatzteilbeschaffung. Nahezu jedes Einzelteil ist einzeln zu erwerben und kann in Deutschland zum Beispiel bei Motorrad-Stecki bezogen werden. Also habe ich mich hingesetzt und alle Varianten der Umverlegung erarbeitet. Dabei vergleiche ich alle Rastenanlagen von PP-Tuning, die von Haus aus über eine Montage der Bremspumpe an der Fußraste verfügen. So zum Beispiel die Aprilia RSV4 oder Honda S1000RR SC59. Dazu musste dann ein passender Fußbremszylinder, möglichst in schwarz gefunden werden. Da die Brembo-Bremszylinder mit dem integrierten Ausgleichsbehälter der Aprilia selbst gebraucht sündhaft teuer sind, habe ich mich für die Honda-Basis aus dem Hause Nissin entschieden.

Halteplatte der Fußraste, Hebel und Stiefelschutz bestellt und es konnte los gehen. Die ersten Montageversuche verliefen problemlos. Problematisch war es lediglich, ausreichend Platz für das Auspuffrohr zum hochliegenden Racing-Endschalldämpfer zu schaffen. Wie es auf den Bildern unschwer zu erkennen ist, geht es hier äußerst knapp zur Sache. Nachdem ich das alles passend montieren konnte, musste der Ausgleichsbehälter einen Platz einnehmen. Dafür habe ich in etwa die Position vom Original übernommen. Der rechteckige Behälter der MV Agusta kann hier jedoch nicht verwendet werden und wird gegen einen weniger ausladenden zylindrischen ersetzt.

Als nächstes musste die Bremsleitung neu verlegt werden. Die originale, jetzt viel zu lange Stahlflexleitung habe ich entfernt und gegen eine Maßanfertigung von Pro-Brake ausgetauscht. Das erste Ergebnis sah zunächst gut aus aber war nicht zufriedenstellend, da ich mich an der Bremspumpe für einen 90° abgewinkelten Ringfitting entschied, was sich als unglückliche Wahl herausstellte. Also noch mal bestellt und mit 20° passte die Bremsleitung perfekt und konnte spannungsfrei verlegt werden.

Am Ende sieht das alles sehr technisch aber aufgeräumt aus und das wichtigste ist: die Bremse funktioniert! Ein hervorragender Druckpunkt bei leichter Hebelbetätigung. Genau so wollte ich das haben. Als ich alles fertig hatte, fiel mir noch der Freiraum um den Kupplungsdeckel positiv auf. Weg war der Kabel- und Schlauchsalat, der sich dort einst entlang wirrte und windete. Von daher nicht nur ein technischer, sondern auch ein optischer sowie funktionaler Gewinn. Nebenbei bemerkt kenne ich bisher keine andere F3, die den Bremszylinder vom Hinterrad an der Fußraste montiert trägt. Das MV Agusta Reparto Corse Team verwendet Fußrastenanlagen von Valter Moto. Hier gibt es auch eine käufliche Variante für die F3. Allerdings bleibt auch bei dieser der Fußbremszylinder am Motor.

Hinweis: Dieser Umbau ist nicht mit dem originalen Endschalldämpfer möglich.
Zumindest nicht so, wie ich es gelöst habe.

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