Ducati 999 Light-Mod für Standlicht und Fernlicht

Die Ducati 999 hat zwei Nachteile, was die Beleuchtung nach vorn angeht: Das Standlicht wurde ab Werk in der Scheibe integriert. Schicke Design-Idee aber absolut problematisch, sobald man die Scheibe gegen eine andere austauschen möchte. Ohne Standlicht kann man zwar leben, aber der TÜV hierzulande freut sich, wenn vorn ein Lämpchen leuchtet und irgendwie hat das ja auch alles seine Daseinsberechtigung.

Zweites Problem ist das Aufblendlicht oder auch Fernlicht genannt. Schaltet man es ein, geht das Abblendlicht aus. Man kann danach hell erleuchtet in die Ferne sehen, aber vorm Motorrad ist es finster. Völlig danaben und nicht sinnvoll für den Fahrer. Das ist mir übrigens nicht nur an der Ducati 999 aufgefallen, sondern war bereits an der Moto Morini Corsaro eine Baustelle. Die Morini ist in der Hardware sehr ähnlich zur Ducati. Beide laufen mit Magneti Marelli Elektronik und der Lenkerschalter ist exakt gleich zur Ducati nur ohne Standgasanhebung.

Aufblendlicht mit Abblendlicht kombinieren

Damit das Abblendlicht nicht ausgeht, wenn man das Aufblendlicht einschaltet, braucht es einer Durchschaltung in nur diese eine Richtung. Bedeutet, dass sobald das Signal auf die Ader vom Aufblendlicht geht, ein Bypass Richtung Abblendlicht verlegt werden muss, der das Licht am Ausgehen hindert. Die beste Lösung dafür ist eine Diode. Welche, das habe ich nach etwas Recherche auf einem Blog im Weltnetz gefunden. Auf der Seite von Armin Pasula ist das alles wunderbar dokumentiert.

Ich habe mir einen Sack Dioden vom Typ 1N4004 besorgt und diese in den Lenkerschalter eingebaut. Natürlich habe ich das Teil eingelötet und das direkt auf die Kontaktstelle, die bereits verzinnt ist. Eine relativ leichte Übung, wenn man im Umgang mit einem Lötkolben Erfahrung hat. Der Test beweist, dass jetzt beide Leuchtmittel leuchten, sobald das Aufblendlicht aktiviert ist. Prima. Das habe ich an beiden genannten Motorrädern so realisiert und bin absolut zufrieden mit der Lichtausbeute. Als Leuchtmittel verwende ich übrigens OSRAM Cool Blue Intense. Nicht wegen dem Look, sondern tatsächlich wegen der besseren Lichtausbeute. Mit der Haltbarkeit habe ich ebenfalls durchweg gute Erfahrungen.

Standlicht-Mod Ducati 999

An der Duc gibt es jetzt noch das Problem mit dem fehlenden Standlicht. Ich habe bei meinem Exemplar die originale und viel zu flache Scheibe gegen eine Ducati Performance Scheibe ausgetauscht. Ein sehr seltenes Stück Kunststoff und ohne Standlicht-Bubble. Was spricht denn dagegen, wenn man das Standlicht in den Scheinwerfer verlegt? So wie es sich eigentlich gehört. Hier war der Stein des Anstoßes meine Moto Morini. Bei ihr besteht das Standlicht aus je zwei W5W Glassockel-Birnen, die in den Doppelscheinwerfern mit einem Gummi-Stopfen eingeführt sind.

Diese Halter für Sockel W5W gibt es ganz günstig zu erwerben. Einfach mal nach W5W Stecksockel oder Gummisockel suchen und man wird sehr schnell fündig. Ich habe mir also ein Paar für 5,- EUR bestellt und los geht’s. Die Position ist klar. Das Teil muss in den Reflektor vom Aufblendlicht, damit bei normaler Fahrt mit Abblendlicht beide Augen strahlen. Das bedingt allein die Optik und schön aussehen ist meiner Meinung nach bei einer Ducati mindestens genauso wichtig wie die Funktion. Zudem hat das Aufblendlicht den Vorteil, dass man total einfach herankommt. Dashboard abziehen und fertig, denn dieses ist bei der 999 nur mit 3 Gummipuffer-Scheiben gehalten. Jetzt muss ein Loch in den Reflektor. Gemessen an meinen erworbenen Sockelhalterungen muss das Loch ca. 13-14 mm groß sein.

Akkuschrauber und 5 mm Bohrer sind die erste Wahl. Das geht super leicht durch das Material und anschließend habe ich das kleine Loch mit einem 10 mm Bohrer aufgeweitet. Dabei habe ich stets mit einem Staubsauger neben dem Loch gearbeitet, um das Hereinfallen von Spänen in den Reflektor so gut wie möglich zu vermeiden, was prima funktioniert hat. Weiter geht es mit einem meiner besten Freunde: dem Dremel. Stück für Stück wird das Loch im Reflektor “aufgedremelt” und dann war es endlich so weit. Der Sockelhalter passt und sitzt im Reflektor. Prima. Zuletzt wird an die Halterung für die Birne der passende Stecker angelötet. Man kann das auch krimpen aber ich löte lieber, denn das hält hundertprozentig. Der erste Funktionstest ist direkt erfolgreich. In den Reflektor gesteckt sieht das ganze super von vorn aus.

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