MV Agusta F3 Benzinfilter wechseln

Zur Abwechslung eine kleine Arbeit, die auch durchgeführt sein will: Benzinpumpe aus dem Tank ausbauen, Filter raus, neuen Filter bestellen, einbauen und alles wieder zusammen fügen. So war der Plan für die Erneuerung des MV Agusta F3 Benzinfilter, oder wegen mir auch Kraftstofffilter genannt. So schnell ging es dann doch nicht und es zog sich samt Recherche nach passenden Filtern insgesamt über einen Monat.

Der Ausbau gestaltet sich leicht. Nachdem der Tank abgenommen ist, müssen die Schrauben der Benzinpumpe gelöst werden und anschließend lässt sich die gesamte Einheit aus dem Tank ziehen. Der Filter ist natürlich in den Kreislauf integriert und sitzt direkt hinter der Pumpe. Für den Ausbau muss die Steckverbindung der Spannungsversorgung gelöst, ein paar Kabelbinder entfernt und zwei Schrauben ausgedreht werden. Der Filter ist auf der Auslaufseite nur gesteckt und mit einer O-Ring-Dichtung versehen. Auf der Zulaufseite befindet sich eine Schlauchschelle, die normaler Weise eine Einwegschelle ist. Bei behutsamer Öffnung mit einem Flachschraubendreher oder einer Spitzzange kann dieses Teil aber wiederverwendet werden.

Das Problem beginnt mit der Suche nach einem Neuteil. Natürlich kann man auch einen neuen Filter beim freundlichen MV Agusta Händler bestellen. Eine Preisanfrage bewegte mich allerdings dazu, auf die Suche nach einer Alternative zu gehen. Das Originalteil stammt von Sogefi, einem italienischen Kfz-Zulieferer mit Sitz in Mantua. Soweit so gut. Unter der Originalbezeichnung auf dem ausgebauten Filter lässt sich jedoch selbst mit Hilfe von Google absolut nichts finden.

Bei den Abmessungen für ein Neuteil ist zu berücksichtigen, dass der Filter im Durchmesser nicht größer als 45 mm sein darf und über 8 mm Anschlüsse verfügen muss. Die Auswahl von Filtern in Kunsstoffgehäuse mit 8 mm Anschlüssen ist vielfältig aber die genauen Abmessungen dieser Teile sind fast immer unterschiedlich und vom Hersteller des Originals “Sogefi” findet sich nichts. Nach mehreren Tagen Recherche werde ich doch noch fündig: Ein Filter von MANN und einer von Purflux könnten passen. Deren Anschlüsse sind jeweils für 6 und 8 mm ausgelegt und optisch entspricht es dem Original. Also ab in den Warenkorb und bestellt. Dazu stellte sich noch heraus, dass die Marke Purflux zur Sogefi-Gruppe gehört. Interessant!

Drei Werktage später konnte es los gehen. Nachgemessen mit dem Messschieber bringen die Ergebnisse an den neuen Filtern Klarheit darüber, dass theoretisch beide passen. Dem Originalteil am nächsten kommt der Purflux EP58. Er entspricht in Abmessung und Form nahezu dem ausgebauten Filter und kostet mich rund 1/50 vom Originalteil. Bitte versteht mich nicht falsch. Gute Produkte dürfen gern ihren Preis haben. Ein schnöder Benzinfilter ist allerdings keine Hochleistung der Ingenieurskunst und an solchen Teilen muss sich kein Hersteller gesund stoßen. Der Händler kann hier natürlich nichts dafür. Von ihm kam zudem die Info, dass MV Agusta zum neuen Jahr 2018 ordentlich an der Preisschraube für Ersatzteile gedreht hat.

Unterhaltsam ist bei den neuen Filtern die Tatsache, dass beide eine weite Reise auf sich genommen haben. Der MANN-Filter hat es mit “made in Argentina” fast genauso weit wie der Purflux, der auf der Verpackung “made in South-Africa” aufzeigt. Unter welchen Bedingungen diese Filter in diesen Ländern hergestellt werden ist eine gute Frage? Warum ausgerechnet Südafrika und Argentinien? Bleibt zu hoffen, dass die Hersteller ihre Gründe haben und diese nicht ausschließlich bei Arbeitsbedingungen und/oder den regionalen Umweltbestimmungen liegen.

Weiter mit der Montage

Der neue Filter wird zunächst mit einem scharfen Messer gekürzt, denn die 6 mm Anschlüsse müssen entfernt werden. Hier bitte nicht feilen oder entgraten. Ein sauberer Schnitt und fertig. Anschließend alles wieder zusammen bauen, die Klemmschelle dabei behutsam ansetzen und mit einer Rabitzzange, umgangssprachlich Kneifzange, ordentlich zusammen quetschen, bis der Schlauch nicht mehr auf dem Filter verdrehbar ist. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten. Die Benzinpumpe wieder montieren und fertig ist der Akt. Beim nächsten Mal weiß ich jetzt vorher, welchen Filter ich benötige. Und ihr wisst es jetzt auch: Purflux EP58

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